Was ist Lichen sclerosus (LS)?

 

Lichen sclerosus ist eine chronisch verlaufende entzündliche Hauterkrankung des äusseren Genitalbereichs. Betroffen sind vor allem Frauen, aber auch Männern und Kinder können daran erkranken.

Lichen Sclerosus ist nicht ansteckend und hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Der Ursprung der Krankheit ist nicht abschliessend geklärt, LS gehört wahrscheinlich zu den Autoimmunkrankheiten.

Die Erkrankung verläuft typischerweise über viele Jahre in Schüben, wobei es auch Jahre ohne Symptome geben kann. Körpereigene immunkompetente Zellen zerstören dabei das elastische Bindegewebe der Unterhaut des Genitale und begleitend tritt eine Gefässentzündung auf. Dadurch wird die Haut gereizt und sehr empfindlich, es treten offene Stellen auf, aber auch Verschorfungen.

Im Frühstadium sind visuelle Veränderungen kaum erkennbar, weswegen der Lichen sclerosus zunächst häufig mit Infektionen, insbesondere Pilzinfektionen, verwechselt wird. Oder aber es handelt sich um einen Pilz, der die eigentliche Krankheit maskiert.

Die typischen Symptome sind Jucken und/oder Brennen, weisse Stellen, ev. Blasenprobleme, Schmerzen und Einreissen beim Geschlechtsverkehr oder danach. Etwa 30% der Betroffenen nehmen keinen Juckreiz oder kein Brennen wahr, sie müssen ihr Hautbild regelmässig visuell überprüfen. Im Laufe der unbehandelten Krankheit kommt es zur Verschmelzung/Verklebung der Hautareale, Operationen können sich im schlimmsten Fall aufdrängen, wenn die normalen Funktionen der Genitalien durch die Krankheit stark geschädigt sind. Eine adequate Therapie gemäss den europäischen Leitlinien erlaubt den meisten Betroffenen ein fast normales Leben.

Lichen sclerosus ist weit verbreitet, wird aber oft verkannt und stark tabuisiert. Die Krankheit ist viel zu wenig bekannt, in der Bevölkerung wie auch in der Ärzteschaft. Viele Betroffene werden über Jahre nicht oder falsch diagnostiziert, mit langfristig sehr unangenehmen und auch kostspieligen Folgen. Betroffene verlieren viel wertvolle Zeit, leiden unnötig und lange.

Der LS kann mit anderen Begleiterkrankungen auftreten, insbesondere mit Erkrankungen der Schilddrüse und Diabetes mellitus aber auch anderen Autoimmunerkrankungen. LS tritt familiär gehäuft auf - bis zu 50% der Betroffenen berichten, andere Familienangehörige zu kennen, die ebenfalls vom LS betroffen sind.

Lichen Sclerosus ist nicht heilbar, aber behandelbar. Eine frühe Diagnose ist sehr wichtig.


Literatur:

Leading Opinions Gynäkologie, 2017 (PDF)

Arzt und Kind, 2018 (PDF)

Leading Opinions Dermatologie, 2019 (PDF)

Obstetrica, Fachzeitschrift Schweizer Hebammen, 2019 (PDF)

Forum, Deutsche Hebammenzeitschrift, 2019 (PDF)

Frauenärzte im Netz, 2019 (PDF)

 

Für weiterführende Infos sowie Detailiformationen zur LS-Therapie sehen Sie bitte unter www.lichensclerosus.ch