Jucken, Brennen und Schmerzen im Genitalbereich / Intimbereich...

 

... können Anzeichen sein eines Pilzes, einer bakteriellen Infektion, eines Herpes, einer Blasenentzündung, einer vulvavaginalen Trockenheit ("Scheidentrockenheit") oder auch einer chronischen Krankheit. Natürlich spricht niemand gerne über solche Beschwerden... . Und doch ist es wichtig, den genauen Grund der Beschwerden herauszufinden.

Mit dieser Seite möchten wir Sie informieren über verschiedene Krankheitsbilder, die wiederkehrendes Jucken, Brennen und Schmerzen im Intimbereich verursachen. Vielleicht erhalten Sie dadurch eine Indikation, worauf Sie Ihren Arzt auch noch ansprechen könnten/sollten, falls Ihr Problem trotz Behandlung weiterbesteht.

Wir freuen uns, wenn wir Ihnen mit dieser Informationsplattform weiterhelfen können.

 
Leiden Sie öfters unter "Pilz" oder Blaseninfekten?
Mit dem typischen Ausfluss, oder nicht? Waren Sie beim Arzt, oder behandeln Sie die Beschwerden auf eigene Faust, mit rezeptfreien Mitteln aus Apotheke und Drogerie? Verschwinden die Symptome nach entsprechender (ärztlicher) Behandlung nicht oder kommen sie zurück, sprechen Sie Ihren Arzt und Apotheker an. Mehrere Pilzinfekte pro Jahr sind nicht normal. Sehen Sie dazu folgenden Pressebericht: Fehldiagnose Pilzinfektion

Auch Dysurie (Schmerzen beim Wasserlösen) können Brennen und diffuse Schmerzen im Intimbereich verursachen. Nicht immer findet der Arzt beim Laboruntersuch bei einer vermeintlichen Blasenentzündung auch Bakterien im Urin (es wird unterschieden zwischen bakteriellen und abakteriellen Infektionen). Handelt es sich wirklich um einen Blaseninfekt, könnten es Hinweise sein auf eine Reizblase, oder steckt etwa eine Interstitielle Cystitis dahinter?

Schmerzt der Geschlechtsverkehr, reissen Sie ein?
Das ist nicht normal. Eine geringfügige Verengung des Scheideneingangs ergibt sich (im Millimeterbereich) bei Frauen in/nach den Wechseljahren, aber niemals in einem Ausmass, dass die Haut einreisst und blutet, oder der Gynäkologe kein normales Spekulum mehr einführen kann bei der Jahresuntersuchung. 

Beschwerden und Symptome wie Jucken, Brennen und/oder Schmerzen im Intimbereich können weiter Hinweis sein für ein Ekzem, Schuppenflechte im Genitalbereich, Chlamydien, Vaginismus, Herpes, Endometriose, selten auch für Vulvakrebs. Es kann durchaus auch sein, dass einfach der Beckenboden massiv verspannt ist (berufsbedingte Fehlhaltung, dauerhaftes "Bauch-Einziehen", etc).

Hinter den Beschwerden können sich aber auch chronische Krankheiten verstecken wie Lichen sclerosus,  Lichen planus, Vulvodynie resp. CPPS (chronic pelvic pain syndrom). Diese Krankheitsbilder werden oft - auch seitens der Ärzteschaft  -  mit Pilzinfekten oder anderen Entzündungen im Intimbereich oder Wechseljahrbeschwerden verwechselt -  und sind weiter verbreitet als man gemeinhin annimmt.


Diese Webseite "Jucken und Brennen" wird betrieben vom Verein Lichen Sclerosus & Netzwerk Vulvodnie / Lichen Planus. Wir hoffen, damit Betroffene zu erreichen, die auf der Suche nach Hilfe ihre Symptome googeln, und dabei häufig auf den immer gleichen Produktwerbeseiten für Pilzsalben und Scheidenzäpfchen landen und - manchmal trotz ärztlicher Behandlung - einfach nicht weiter kommen. Auf den Laschen auf der linken Seite finden Sie viele Informationen zu unterschiedlichen Themenbereichen.

Ein Kurzspielfilm namens Cranberry Juice wird das Thema Vulvakrankheit ab 2022 ins Rampenlicht bringen. Der mutige Beitrag der jungen Regisseurin Ani Novakovic wird viel zur Aufklärung in der Bevölkerung beitragen. Danke fürs Streuen der Links via Facebook  cranberryjuicefilm  und Instagram @cranberryjuicefilm 

Unser gemeinnütziger Verein setzt sich seit dem Jahr 2013 ein für die Bekanntmachung von Lichen sclerosus, Lichen planus und Vulvodynie -  in der Öffentlichkeit und in der Ärzteschaft. Im Jahr 2019 wurden wir für unsere Pionierarbeit mit dem Rotkreuzpreis des Kantons Aargau ausgezeichnet. Unterstützt werden wir auch vom Frauennetzerk von Soroptimist International Schweiz.

Zahlreiche fachkundige Ärzte aus ganz Europa schätzen unsere Aufklärungs-Arbeit und halten sie für unerlässlich. 

Wir freuen uns, wenn wir Ihnen mit unseren Informationsportalen weiterhelfen können.